Zahlen zu Golf in Deutschland (2017): Aufschlussreiche Details

(18.01.2018) Zahlenmäßige Entwicklungen im Jahr 2017: Mehr registrierte Golfer, weniger (?) Golfplätze, Zuwächse und Abnahmen in verschiedenen Kategorien sehr unterschiedlich

Nach den vom Deutschen Golf Verband in seiner Pressemitteilung Nr. 10/2018 vom 18.01.2018 bekannt gegebenen Zahlen:

1. nahm die Zahl der Golfspieler zu

2. nahm die Zahl der Golfplätze ab

3. nahm die Zahl der männlichen Golfer zu, während die Zahl der weiblichen Golfer abnahm

4. wuchs der Anteil der über 50-jährigen Golfer; der Anteil der weiblichen Golfer sank entsprechend

5. gab es Nettozunahmen registrierter Golfer in sieben Landesgolfverbänden, wohingegen fünf LGV und die VcG Rückgänge verzeichneten.

 

Im Detail:

1. Golfer-Zunahme: Der Nettozuwachs der beim DGV registrierten Golfer (Mitglieder in Golfclubs und Spielberechtigte von Golfplatzgesellschaften) belief sich im Jahr 2017 auf +1.785 Spieler. Diese Zahl entspricht einem Zuwachs im hohen Viertel-Prozent-Bereich (+ 0,2775%). Geringere Zuwachszahlen gab es nur in den Jahren 2014 (+1.102) und 2015 (+1.044). Der 2017er Zuwachs resultiert aus 51.293 Neugolfer-Eintritten und 49.508 Golfer-Austritten. In den letzten 5 Jahren (2013 bis 2017) registrierte der DGV insgesamt 262.487 Neugolfer. Im selben Zeitraum traten aber 252.641 Golfer aus. In der Summe der letzten 5 Jahre belief sich der Zuwachs also insgesamt auf (nur) 9.846 Golfer. Das ist über den Zeitraum von 5 Jahren ein Drittel des Nettozuwachses, der im einzelnen Jahr 2003 mit damals +29.161 Golfern verzeichnet wurde; seinerzeit gab es 84 Golfplätze weniger als heute.

2. Golfplatz-Abnahme: Während in 2017 per Saldo in den LGV Baden-Württemberg und Bayern je ein Golfplatz hinzukam, nahm die Zahl der Golfplätze in den LGV Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz/Saarland um ebenfalls jeweils einen Platz ab. Unter dem Strich bleibt also (+5 -3) die Abnahme um einen Golfplatz. Interessant: Der in 2017 im LGV Rheinland-Pfalz/Saarland weggefallene Golfplatz war erst im Jahr 2016 hinzugekommen. Es handelte sich um die „Spielmöglichkeit“ des in Saarbrücken ansässigen neuen (und inzwischen schon nicht mehr) DGV-Mitglieds „We play Golf GmbH“. Diese Spielmöglichkeit bestand auf dem Golfplatz in Saareguemines (Saargemünd), also in Frankeich!

3. Geschlechter-Differenzierung Der Anteil männlicher Golfer ist in 2017 auf nunmehr auf 63,4% gestiegen; der Anteil der weiblichen Golfer fiel entsprechend auf 36,6%. Im Zeitraum der letzten 5 Jahre nahm die Zahl der männlichen Golfer um +12.142 zu; die Zahl der weiblichen Golfer sank im selben Zeitraum um -2.296.

4. Altersklassen-Differenzierung Der Prozentsatz der Golfer in der Altersklasse über 50 Jahre stieg in 2017 auf nunmehr 63,7%. Der Anteil der über 50-jährigen Golfer ist seit dem Jahr 2011 (damals 54,8%) von Jahr zu Jahr kontinuierlich gestiegen. Im Zeitraum der letzten 5 Jahre (2013 bis 2015) büßte die Altersklasse bis 50 Jahre insgesamt -46.282 Golfer ein. Dagegen nahm die Zahl der über 50-jährigen Golfer im selben Zeitraum um 56.128 zu.

5. Differenzierung nach LGV: Zahlenmäßige Zuwächse an Golfern gab es 2017 in 7 LGV, und zwar in NRW (+1.104), Niedersachsen/Bremen (+994), Schleswig-Holstein (+629), Baden-Württemberg (+517), Berlin/Brandenburg (+346), Sachsen-Anhalt (+128) und Bayern (+78). Verluste vermeldeten die LGV Rheinland-Pfalz/Saarland (-627), Hamburg (-415), Hessen (-292), Sachsen/Thüringen (-183), Mecklenburg-Vorpommern (-90) sowie die VcG (-404). Die höchsten Golfer-Rückgänge, die sich in den letzten 5 Jahren auf -1.659 Spieler summiert haben, registrierte der LGV Rheinland-Pfalz/Saarland. Auf der Gewinnerseite: NRW mit einem Plus von +3.228 Golfern in der Summe der letzten 5 Jahre.

 

Anmerkung: Der DGV (unter-) titelte seine Pressemitteilung vom 18.01.2018 mit „644.943 Spieler auf 731 Golfanlagen des DGV aktiv“. Im Hinblick auf die „Aktivität“ der registrierten Golfer gab der DGV keine Informationen zur Zahl der im Jahr 2017 „auf Golfanlagen des DGV“ gespielten Golfrunden. Angaben gab es auch nicht zu Umsatzerlösen und/oder Jahresergebnissen von Golfclubs und Golfanlagen-Betreibern. Eines der Ziele des DGV ist nach dessen eigenen Angaben „gesundes Wachstum“, u.a. spezifiziert als „moderat forciert“ und mit der Perspektive „Ein forciertes Wachstum muss die Wirtschaftlichkeit der Golfanlagen dauerhaft verbessern“. (http://www.golf.de/publish/dgv-services/dgv/aufgaben-ziele/60075702/ziele-des-verbandes) Zur Wirtschaftlichkeit von Golfanlagen siehe auch Dr. Billion’s Bulletin vom 15.01.2018 ....