Den deutschen Golfmarkt zukunftsorientiert „regulieren“?

(25.02.2016)   Expertengruppe bescheinigt dem DGV strategische Fehler und appelliert an den Verbandstag, einen breiten Konsens zu finden

In einem Interview fasste Prof. Dr. Rüdiger Falk, Mitglied der auf Antrag des a.o. DGV-Verbandstags vom November 2014 eingesetzten dreiköpfigen Expertengruppe „Neustrukturierte VcG und die Eindämmung der sog. Billigangebote“ einige Ergebnisse der Arbeit der Experten zusammen. Fazit: Der DGV muss nun endlich seine Hausaufgaben machen! 

Prof. Falk attestiert dem Verband, dass dem DGV in Bezug auf die Definition seiner Rolle im Golfmarkt „ein echter Schritt voran noch nicht gelungen“ sei.

Der DGV müsse, auch zur nachhaltigen Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der über 700 deutschen Golfanlagen, „seine Instrumente auf ihre Wirkung überprüfen, Fehlentwicklungen korrigieren und Missbräuchen entgegenwirken.“

Dieser Hinweis bezieht sich insbesondere auf Fehlentwicklungen des DGV-Ausweises, der inzwischen den Charakter einer „Greenfee-Spielberechtigungskarte“ habe. Die zu hohe Ausweis-Kontingentierung von 700 für jeweils 9 Löcher habe zu dieser Fehlentwicklung ebenso beigetragen wie die Hologramm-Kennzeichnung, die sich nicht bewährt habe.

Es sei, insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftliche Existenzfähigkeit der Golfanlagen klar zu unterscheiden zwischen „echten Mitgliedern“, die erheblich zur Deckung der Golfanlagen-Betriebskosten beitragen, und „Greenfeespielern“ (in der Branche auch als „Billiggolfer“ bezeichnet).

Zur Rolle der VcG plädiert Prof. Falk für eine Konzentration auf die Akquisition „echter Neugolfer“, und zwar über einen kostengünstigen Einstieg mit anschließend von Jahr zu Jahr weiter steigender Beitragshöhe.

Prof. Falk weist in seinem Interview abschließend darauf hin, dass beim DGV und auf den Golfanlagen ein “Change-Prozess“ fällig ist. Damit die verschiedenen dazu notwendigen Maßnahmen wirklich greifen könnten, sei ein breiter Konsens auf dem kommenden Verbandstag erforderlich.

Soweit, so gut. Während aber Prof. Falk von „Maßnahmen“ spricht und die Verschiedenartigkeit der einzelnen Golfanlagen betont, unterstellen die für die Veröffentlichung des Interviews in der DGV-Geschäftsstelle Verantwortlichen dem Professor, er präsentiere Lösungsansätze, den deutschen Golfmarkt zukunftsorientiert „zu regulieren“.

Da sei dann doch die Frage erlaubt, ob die Menschen, die so etwas in die Überschrift zu dem Interview schreiben, wirklich verstanden haben, was Prof. Falk dem DGV ins Stammbuch hat schreiben wollen .....